Betätigung als Gamechanger: Was der Ergotherapie-Kongress 2026 für junge Therapeutinnen und Therapeuten bedeutet

Wenn ein ganzer Berufsstand zusammenkommt

Stellen Sie sich vor: Mehr als 2.200 Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten aus ganz Deutschland kommen an einem Ort zusammen – um zu lernen, zu diskutieren, sich zu inspirieren und die Zukunft ihres Berufes gemeinsam zu gestalten. Genau das ist Anfang Juni 2026 in Bielefeld beim Ergotherapie-Kongress des Deutschen Verbandes Ergotherapie e.V. (DVE) passiert – und es war ein Kongress der Rekorde, denn noch nie zuvor haben so viele Menschen daran teilgenommen.1

Für Berufsstarterinnen und Berufsstarter in der Ergotherapie lohnt sich ein genauer Blick auf die Themen und Erkenntnisse dieses Kongresses. Denn die Inhalte zeigen eindrücklich, wohin sich das Berufsbild entwickelt – und welche Haltung, welches Wissen und welche Fähigkeiten heute gefragt sind. Weil uns Gesundheit und Lebensqualität am Herzen liegen, nehmen wir von der Therapiepraxis Schabo die wichtigsten Impulse für Sie unter die Lupe.

„Betätigung zählt“ – was steckt dahinter?

Das Motto des diesjährigen Kongresses lautete „Betätigung zählt“ – und dieser Leitsatz klingt auf den ersten Blick vielleicht selbstverständlich. Doch er trägt eine tiefe Botschaft in sich. Unter „Betätigung“ verstehen Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten sämtliche Aktivitäten und Handlungen ihrer Klientinnen und Klienten – also alles, was Menschen tun wollen oder tun müssen.1

Der scheidende DVE-Vorsitzende Andreas Pfeiffer brachte es auf den Punkt: „Ist sie, also ‚die Betätigung‘, nicht mehr möglich, bekommt sie eine umso größere Bedeutung; wir wünschen sie uns sehnlichst (wieder) herbei und erkennen manchmal erst dann, wie viel erfüllter unser Alltag und unser Leben sind, wenn wir all das, was wir tun wollen oder tun müssen auch tun können.“1

Für junge Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten ist das eine wichtige Erinnerung: Der Blick auf Betätigung – also auf das, was Menschen in ihrem Alltag wirklich bedeutsam ist und was sie bewegt – steht im Mittelpunkt jeder Intervention. Nicht die Übung um der Übung willen, sondern der Alltag, das Leben, die Teilhabe.

Ausbildung neu gedacht: Betätigung von Anfang an

Ein zentrales Thema auf dem Kongress war die Ausbildung zur Ergotherapeutin und zum Ergotherapeuten. Lernende und Lehrende stellten vor, wie sie gemeinsam partizipativ ein schulinternes Curriculum entwickelt haben – mit dem Ziel, praxisnäher zu sein und Betätigung als zentrales Handlungskonzept von Anfang an zu vermitteln.1

Besonders spannend: Das ausgezeichnete CurriculumKit der vier Ergotherapeutinnen Nicole Kaldewei, Helen Strebel, Nadine Scholz-Schwärzler und Katja Rottmann erhielt den Innovationspreis Ergotherapie. Mit Spielkarten und Begleitmaterialien schafft das Kit ein Fundament, das Ausbildung als dynamischen Prozess begreift – und dabei ausdrücklich auch die Lernenden in den Entstehungsprozess einbezieht.1

Das ist ein Signal, das auch für den Berufsalltag gilt: Gemeinsam den nächsten Schritt gehen – das gilt nicht nur für Patientinnen und Patienten, sondern auch für die eigene berufliche Entwicklung. Wer früh lernt, offen für Feedback zu sein und partizipativ zu denken, wird langfristig erfolgreicher in der Therapiebeziehung.

Diversität und Haltung: Mehr als ein Trendthema

Ein weiteres starkes Thema des Kongresses war Diversität – und der Umgang mit Vielfalt im therapeutischen Alltag. Keynote Speaker Prof. Dr. Karim Fereidooni empfahl, Intersektionalität als analytisches Werkzeug zu nutzen: also zu verstehen, wie individuelle Merkmale wie Geschlecht, Herkunft oder soziale Klasse die Alltagsrealitäten von Menschen prägen und zu unterschiedlichen Erfahrungen führen.1

Sein praktischer Rat klingt einfach, ist aber wirkungsvoll: „Fragen und sehr genau zuhören, was der oder die andere sich wünscht.“ Fehlende Empathie, so Fereidooni, sei ein zentraler Grund für die Ablehnung von Vielfalt.1

Für Berufsstarterinnen und Berufsstarter bedeutet das: Mit viel Einfühlungsvermögen in jede Therapiebeziehung zu gehen ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Haltung, die aktiv entwickelt und gepflegt werden muss. Gerade in der Ergotherapie, die so nah am Menschen und seinem Alltag arbeitet, ist das eine Grundvoraussetzung für gute Arbeit.

Vielfalt der Therapiefelder: Von Pädiatrie bis Geriatrie

Der Kongress machte eindrücklich deutlich, wie breit das Feld der Ergotherapie aufgestellt ist. Vorträge und Workshops beleuchteten Themen aus der Pädiatrie, der Geriatrie, der arbeitsbezogenen Ergotherapie, der Neurologie und der Psychiatrie.1

Besonders bemerkenswert: Fast 60 Prozent der Menschen in Deutschland sind von neurologischen Erkrankungen betroffen – darunter Parkinson, Schlaganfall, Epilepsie oder verschiedene Formen von Demenz. Mobilität ist für diese Menschen ein zentrales Thema, um selbstbestimmt am Leben teilzuhaben. Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten unterstützen sie dabei, Mobilität neu zu denken und bisher unbekannte Möglichkeiten zuzulassen.1

Auch orthopädische Themen – zum Beispiel Schmerzen oder Handtherapie – sind im Blickfeld der Ergotherapie. Der Ansatz ist dabei immer derselbe: Funktionsübungen allein reichen nicht. Es geht darum, Betätigung im Alltag zu ermöglichen und Alltagskompetenz zu stärken.1

In der Therapiepraxis Schabo in Kaiserslautern arbeiten wir nach genau diesem ganzheitlichen Ansatz – für Kinder, Erwachsene und Seniorinnen und Senioren, sowohl in der Praxis als auch in Ihrer gewohnten Umgebung bei Hausbesuchen.

Strukturelle Herausforderungen: Offen ansprechen, gemeinsam lösen

Der Kongress zeigte auch: Die Ergotherapie steht vor realen strukturellen Herausforderungen. Die Ressourcen werden knapper, gesetzliche Krankenkassen schränken zunehmend ein, und gleichzeitig fehlt es an Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten.1

In offenen Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern von Krankenkassen, dem GKV-Spitzenverband und der Politik wurden Ideen diskutiert: bessere Vernetzung zwischen Therapeutinnen und Ärzten, mehr gesundheitskompetentes Verhalten der Patientinnen und Patienten sowie der stärkere Einsatz von Gruppentherapien.1

Für junge Berufseinsteiger ist das keine Entmutigung, sondern eine Einladung: Die Ergotherapie ist ein Beruf, der aktiv mitgestaltet wird. Wer früh den Blick für diese systemischen Zusammenhänge entwickelt, kann einen wertvollen Beitrag leisten – in der eigenen Praxis, im Team und im Dialog mit anderen Gesundheitsberufen.

Was bleibt – und was das für Sie bedeutet

Der Ergotherapie-Kongress 2026 in Bielefeld war mehr als eine Fachveranstaltung. Er war ein Signal: Betätigung ist und bleibt das Herzstück der Ergotherapie. Moderne, wissenschaftlich fundierte Konzepte, eine reflektierte Haltung gegenüber Diversität und ein offener Dialog mit allen Beteiligten – das sind die Wegweiser für einen Beruf, der Menschen wirklich bewegt.1

Auch bei der Therapiepraxis Schabo in Kaiserslautern nehmen wir diese Impulse ernst. Regelmäßige Fortbildungen, ein individueller Therapieansatz für alle Altersgruppen und echtes Interesse am Wohlbefinden unserer Patientinnen und Patienten – das ist es, was uns antreibt. Wir sind gerne für Sie da, ob als Patientin oder Patient, als Angehörige oder als aufstrebende Fachkraft, die den Beruf mit Leidenschaft und Neugier beginnt.

Gemeinsam den nächsten Schritt gehen – das ist unser Versprechen. Wenn Sie mehr über unsere Arbeit erfahren möchten, besuchen Sie uns gerne unter therapiepraxis-schabo.de oder vereinbaren Sie einen Termin – telefonisch oder online.

Quellen

  1. Zentrales Thema beim Ergotherapie-Kongress 2026: Betätigung als Gamechanger – lifePR
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